Hier ein Beitrag von Sebi aus dem Blog der Grünen Jugend

Screenshot VICE-Magazin
Im Juli erreichte uns in der Bundesgeschäftsstelle der GRÜNEN JUGEND folgende Anfrage vom VICE-Magazin:
“… Für unsere nächste Ausgabe haben wir ein Fashion Shoot geplant, das sich mit jungen politisch engagierten Jugendlichen auseinandersetzt. All unsere Fashion Shoots gehen in der Regel über die eigentliche Mode hinaus und genau deswegen versuchen wir uns mit Themen auseinander zu setzen, die Leute zum Nachdenken und Hinterfragen herausfordern. Da es aber trotzdem Fashion ist habe ich mir folgendes Konzept überlegt: Wir nehmen jede große und relevante Partei in Deutschland und lassen unsere Fotografin, … , ein Mädchen aus diesen Parteien Fotografieren. Dafür haben wir natürlich auch eine Stylistin. Das Mädchen muss nicht „posen“, wir dachten uns eher, dass wir sie an einen Ort nehmen, den sie mag. Ich habe schon am Telefon erklärt, dass das Mädchen gut aussehen sollte, weil hier Aesthetik ein wichtiger Faktor ist. Genauso wichtig wird das Interview, das wir dem Bild beifügen. Jedes Mädchen kriegt eine Seite im Magazin, mit Foto und darunter das Interview. … “
Auf Nachfrage hin wurde uns gesagt, dass die gutaussehende Frau möglichst Fashionsize tragen sollte. Fashionsize ist nach Info der Redakteurin Hosengröße 27. Außerdem sollten alle großen 6 Parteien interviewt werden. Die sechste Partei war die NPD. Nachdem wir interveniert hatten, wurde die NPD rausgenommen. Sie war auch nur eingeplant, weil “sechs Parteien besser ins Layout passen als fünf“. Gut. Dieses schwierige Problem konnte gelöst werden. Wir waren die NPD los. Der Forderung nach einer Frau in Fashionsize wollten wir aber trotzdem nicht nachkommen. Die Redaktion entschuldigte sich zwar für das Auftreten einer ihrer Journalistinnen, welche die Anfrage geschrieben hatte und betonte, es gehe nicht um Schönheitsvorgaben und bestimmt nicht um Sexismus.
Mit seriösem Journalismus hat das jedenfalls nichts zu tun. Nach Rücksprache mit den Jusos sagten wir gemeinsam ab. Damit trat folgender Satz in Kraft:
“… Ich habe heute angerufen, weil sie natürlich viel mehr Mädchen kennen, die sich für Die Grünen engagieren. Sonst muss ich ein Street Casting machen, das heisst ich muss auf der Straße hübsche Mädchen finden, die sich politisch engagieren. Ich gebe jeder jungen Partie die Chance uns jemanden zu vermitteln, weil, wie gesagt, die Interviews auch wichtig sind. …“
Sophie Bunge wurde dann scheinbar als Modell auf der Straße gecastet. Wir kennen sie allerdings nicht und per google lässt sich weder Engagement noch in unserem Büro eine Mitgliedschaft feststellen. Nach unserer Information ist sie aktuell also kein Mitglied.
Eure Meinung könnt ihr euch aber selbst bilden: Hier ist der Artikel. Ihr könnt ihn auch kommentieren. Warum Solid, JU und Julis trotzdem mitmischen, könnt ihr sie ja selber fragen.
Zum VICE-Magazin und dessen Bild von Juden in Berlin habe ich hier bereits einen Artikel geschrieben, auf den auch die Redaktion von VICE geantwortet hat.
Dazu lässt sich nur sagen:
Kauft nicht: VICE!